Kraut - Scheißer

Die Geburt des Krautscheißers

Entstanden ist der neugierige Blick auf die Schwäbisch Alemannische Fastnacht durch den Musikverein Unterhausen (MVU). Dieser richtete traditionell eine gehobene Saal-Ortsfastnacht aus. Am 19. Februar 1985 war der MVU war mit all seinen Gruppen Teilnehmer am Umzug in Hayingen, eine der Hochburgen der Schwäbisch Alemannischer Fastnacht. Diese Teilnahme führte zur Inspiration, auch in Unterhausen eine Narrengruppe mit Maske und Häs zu gründen.

Die Wahl einer Figur fiel dabei nicht schwer: Schon lange hatten die Unterhausener Bürger auch einen neckischen Spottnamen inne -  sie wurden als Krautscheißer gehänselt.

Eine anfängliche Dreiergruppe schuf sodann, in einigen Entwicklungsstufen, das erste Narrenkleid - ein Häs mit Maske. Die Überraschung der Öffentlichkeit war groß, als das Ur–Häs an der MVU–Prunksitzung 1986 vorgestellt wurde. Mit Begeisterung und Interesse wurden das Plätzlehäs und die Maske weiterentwickelt. Die Maske des heutigen, freundlichen, überall gern gesehenen Krautscheißer-Narren, fertigte ein Bildhauer aus Oberschwaben an.

Bereits ab dem Narrenjahr 1988 war eine ansehnliche Narrengruppe zu ihrem ersten Umzug auf den Gassen, damals noch als Teil des MVU. Im Jahr 1991 folgte dann die Gründung eines eigenen Vereins. Als erster Zunftmeister wurde der bisherigen Obernarr und Gründungsmitglied Gerd Göbel gewählt.  

Zur Unterstützung der mehr und mehr gewordenen Aktivitäten und Arbeitseinsätze, wurde 1998 der Förderverein der Narrenzunft Krautscheißer Unterhasen 1988 e. V.  ins Leben gerufen.

Die Unterhausener Fasnet

Für die Narrenzunft Krautscheißer beginnt das neue Narrenjahr am 06. Januar mit der Häsentstaubung.

Maske, Häs und Geschell werden dabei aus dem Tiefschlaf hervorgeholt. "Die Fastnacht ist eröffnet", ruft die Zunftmeisterin, bzw. der Zunftmeister dabei ins große Rund der Narren und Schaulustigen. Begleitet wird die Häsentstaubung durch die weiteren örtlichen Narrengruppen, die eigene Schalmeienkapelle und sonstigen lustigen Musiken. Unsere aktiven Narren erhalten an diesem Tag ihren Laufbändel, den Narrenfahrplan, die Fahrkarten für Auswärtsumzüge und werden auf die kommende Fastnacht eingeschworen.

Höhepunkte im Narrenfahrplan sind neben Umzügen und unter anderem besondere Narrensprünge, das jährliche Ringtreffen der VFON und natürlich der Brauchtumsabend in der Lichtensteinhalle.

Die Hauptfasnet wird am Schmotzigen Doschdig eingeläutet. Von da an übernehmen die Narren die Macht in Unterhausen. Das Rathaus wird gestürmt und der der Schultes "abgesetzt". Mit der symbolsichen Übergabe des Rathausschlüssels geht die Entscheidungsgewalt im Ort auf die Narren über. Beim anschließenden Narrentreiben wird auch den örtlichen Geschäften närrischer Besuch abgestattet.  Am Mittag findet der kleine Fleckaomzug mit den örtlichen Kindergärten und befreundeten Narrengruppen statt. Auf dem Narrendorf im Ortszentrum kommen schließlich alle zusammen und lassen den Tag mit Musik und leckerem Essen ausklingen. 

Am folgenden rußigen Freitag freuen sich die kostümierten Schulkinder auf den Besuch der Narren und der damit verbundenen Schülerbefreiung. 

Schließlich, am Fasnets-Dienstag, wartet bereits das traurige Ende der Narretei. Am frühen Abend steht im eigenen Narrenflecken die Fastnachtsverbrennung an. Vor der Lichtensteinhalle treffen sich dabei alle örtlichen Narrengrupen. Unter der Leitung der Zunftmeisterin bzw. des Zunftmeisters wird die als Strohpuppe verkörperte Fasnet unter Ach und Weh verbrannt.

Mit gedämpfter Stimmung liegen sich abschließend die Narren in den Armen, die Masken sind abgenommen, das letzte Narrenglöckchen ist verstummt. Nach einem kleinen "Abtrunk", gehen dann spätestens um Mitternacht die Lichter aus. Der Narr ist allein mit seinem Los, geht nach Hause und weiß, es gibt ja wieder eine neue Fastnacht. 

Dann hören wir wieder unseren Narrenruf "Kraut - Scheißer"

Versprochen ist versprochen.